München, 8. November 2009
mawa
Grüßgott und hallo. Naaa, keine Angst, des wird jetzt keine Rückkehr von isarstadt.de. Sondern eher ein kleines P.S. Denn uns hat’s doch immer ein bisserl gefuchst, dass hier der letzte Eintrag vom April 2009 mit dem #*%# Hacking-Dingens quasi als Aushängeschild stand. Ein Eintrag, der - wohl zu recht - von einigen Leuten als etwas zu übellaunig und pienzig kommentiert wurde. Und so was ist ja keine schöne Begrüßung auf einer Homepage. Und auch kein schöner Abschied.

Geschüttelt oder rührend? Wie hätten’s denn Ihr München gern? (Foto: mawa/isarstadt.de)
They should be heroes
Deshalb wollen wir diesen Platz hier lieber nutzen, um auf ein paar schöne - und vor allem lebendige - Münchner Dinge im Netz (und ein bisserl drüber hinaus) zu verweisen:
Eh immer einen Klick wert und zum Glück still alive and kicking sind die Blogs (und z.T. auch Twitter-Accounts) von Dorin, Helga, Sebastian und Kerstin.
Old media revisited: Gar nicht so übel finden wir, was die jetzt.de-Leute aktuell im Netz treiben (auch wenn das muenchenblogger.de freilich schon länger ähnlich macht…) und die AZ zu lesen macht auf Twitter plötzlich auch wieder ein bisserl mehr Spaß. By the way: Ja, wir haben inzwischen auch geschnallt, dass Twitter ganz großes Kino ist…
Recht gefreut haben wir uns, als unsere longstanding Lieblings-Kneipe Niederlassung kürzlich irgendwo - wir wissen gar nicht mehr wo - als “St. Oberholz von München” gewürdigt wurde. Digitalis honoris. Oder so. Und dass das Substanz seit ‘ner Weile Webradio macht, ist natürlich auch eine Erwähnung wert.
For further consultation wäre da dann natürlich auch noch unsere gute alte Blogroll (die wir bewusst nicht aktualisiert haben, denn ein paar Seiten wollen wir im Blick behalten, auch wenn’s dort seit einer Weile ebenso staad zugeht wie auf isarstadt.de…).
Wir sind gespannt, wie’s und was weitergeht in dieser Stadt. In diesem Sinne: Auf Wiedersehn! Aber jetzt erstmal: Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nix zu sehn!
München, 21. April 2009
mawa
isarstadt.de ist the next Uri Geller. Wir fliegen unterhalb des Radars. Wir machen uns rar. Wir sind unsichtbar.
Konnten wir vor ‘ner Weile noch einen Blog-Eintrag starten mit den Worten: “Gibt man bei Google “isarstadt” ein, landet man - so wie’s sich ja auch gehört - zuallererst auf dieser Seite”, ist das nun Vergangenheit. Wer das hier liest, hat uns sicher nicht über die weltgrößte Suchmaschine gefunden. Denn laut der gibt’s isarstadt.de nicht mehr. Gab es isarstadt.de nie.

Wo in diesem Bild hat sich isarstadt.de versteckt? (Foto: mawa/isarstadt.de)
Google mag uns nimmer
Wir zitieren eine Mail, die seit gut zwei Wochen in unserem Postfach steckt:
Sehr geehrter Inhaber oder Webmaster von isarstadt.de,
Beim Indizieren Ihrer Webseiten mussten wir feststellen, dass auf einigen Ihrer Seiten Techniken angewendet werden, die nicht unseren Richtlinien für Webmaster entsprechen. (…) Offenbar wurde Ihre Website von Dritten geändert. Typischerweise erhalten diese über ein unsicheres Verzeichnis ohne Zugriffsbeschränkung Zugang zu Ihren Seiten. So können Dateien hochgeladen oder vorhandene Dateien geändert werden. Diese erscheinen dann in unserem Index als Spam.
Nachfolgend einige Beispiele des verborgenen Textes, den wir auf http://isarstadt.de/ gefunden haben:
REAL ESTATE IN CHANDLER AZ real in LIL WAYNE BET AWARDS 2008 lil wayne bet awards 2008 RUSSIAN ROULETTE GAME SHOW NETWORK russian roulette game show network KENOSHA UNIFIED SCHOOL DISTRICT NO.1 kenosha unified school district no.1 LG MOBILE PHONE lg mobile phoneSTARS AND BARS POKER VIRGINIA stars and bars poker virginia FREE RINGTONES DOWNLOAD FOR VERIZON WIRELESS for download ringtones free wireless
Wir haben vorübergehend einige Ihrer Webseiten aus unseren Suchergebnissen ausgeschlossen, um die Qualität unserer Suchmaschine zu gewährleisten. Derzeit ist geplant, Webseiten von isarstadt.de für mindestens 30 Tage zu entfernen.
Wir würden Ihre Seiten gern im Google-Index beibehalten. Wenn Sie wieder aufgenommen werden möchten, korrigieren oder entfernen Sie bitte alle Seiten (dies könnten mehr sein als die angegebenen Beispiele), die gegen unsere Richtlinien für Webmaster verstoßen. (…)
Mit freundlichen Grüßen Ihr Google Search Quality Team
Obacht: ominös!
Das allein wäre noch kein Grund, den Kopf in den Sand zwischen die Platinen zu stecken. Im Gegenteil: Wir sind uns sicher, dass sich jemand finden würde, der uns hilft, die Seite wieder zu fixen. Aber die Motivation zum Bloggen ist zur Zeit eh recht low (und das trotz aufmunternden Mails von Lesern - danke, Kerstin!). Und da ist die Lust, sich mit solch einem ominösen Ärgernis auseinanderzusetzen, grad gering.
Ist’s ein allgemeiner Trend? Wir wissen’s nicht. Und eigentlich ist das ja auch wurscht. Mir san mir. Und mir san dann erst mal: Unsichtbar. Aber vielleicht tauchen wir ja irgendwann an anderer Stelle wieder auf? Vielleicht begegnen wir uns mal woanders, in diesem Sommer? In der richtigen Stadt sind wir ja.
München, 4. April 2009
mawa

Back ma’s o. (Foto: mawa/isarstadt.de)
München, 20. März 2009
redaktion
Manche Leute können nicht an einer Bäckerei vorbeigehen, ohne sich ein Stückl Kuchen mitzunehmen. Manche nicht an einem Biergarten, ohne sich eine Maß zu bestellen. Manche haben’s ganz maßlos mit der Schokolad’. Und andere mit dem Kauf von Fußbekleidung. Das Binge-Verhalten, das wir an den Tag legen, ist zum Glück weniger gefährdend für Gesundheit und Geldbeutel. Zwanghaft ist’s trotzdem: Wir können an keinem Buchstaben vorbeigehen, kein Wort links liegen lassen. Und ist’s noch so ein blödes Werbeplakat, ein orthographisch okkultes Graffito oder auch nur ein in einer Pfütze schwimmender Zeitungsschnipsel - wir müssen’s lesen. Geht nicht anders.

… die Gegend ist im Kommen. (Foto: mawa/isarstadt.de)
Der Postbotewurfsender hat uns im Griff
Deshalb wandern bei uns all die Postwurfsendungen, die Stadtteil-Bladl und Werbebroschüren nicht direktemang in den Papierkorb, sondern werden treudoof durchgeblättert. Und wenn woanders was Schriftstückliches rumliegt: wird’s mitgenommen. Könnt ja was drinstehn. Und manchmal, ganz manchmal steht ja auch was drin. So wie im formidablen Stadtteil-Werbewurfdingens “Local Life”, das wilde Propagandabegleit-Prosa auf Hochglanz-Papier druckt. Dank der Jubeljournalismus-Gazette haben wir von einem höchst wundersamen Termin in unserem Kiez erfahren.
Der Ruffini Sappralott Komplex
Wir zitieren: “Stefan Aust liest - Der Baader Meinhof Komplex”. Naja, das ist noch nicht so spektakulär. Das macht der Herr Ex-Spiegel-Chef sicher seit Jahr und Tag. Aber wo: In der Stadtbibliothek in der Arnulfstraße 294. Wer bös ist, könnt’ jetzt sagen: Dafür, dass grad erst der Film zum Buch auf den großen Leinwänden lief, ist das doch, naja, eine eher kleine Nummer (beziehungsweise eine verdächtig hohe Hausnummer, wo doch die Arnulfstraße im Herzen der Stadt losgeht…).
Arnulfstraße is the new Schwabing. Oder so.
Weil wir aber nicht bös sind, sagen wir lieber: Ist doch schön, wenn ein bisserl Leben in die doch eher ruhige Gegend hier kommt. Und damit nicht genug: Wie uns eine weitere Publikation aus der “Local Life”-Liga, die “Elle” nämlich, in ihrem munter-mondänen München-Begleitheftchen verrät, kauft die Über-Akteurin Julia Jentsch ihre Bananen am liebsten im Bioladen gleich bei uns um die Ecke. Auf der Arnulfstraße. Es geht aufwärts!
München, 8. März 2009
mawa
Auf dem Kunstmarkt gibt es eine recht simple, aber stets effektive Methode, einem Werk oder gleich einem gesamten Künstler eine ordentliche Wertsteigerung angedeihen zu lassen: Man gibt ein Bild, eine Skulptur oder ein Video als Leihgabe an ein Museum. Oder noch besser: Man veranstaltet gleich eine Retrospektive. Und schwuppdiwupp, scho’ is’ der eben noch über dem heimischen Sofa hängende Schinken das Dreifache wert. Pinsel-PR. Maler-Marketing. Wie gesagt: Sehr effektiv, das Ganze.

Wir sind dann mal in Eching, Spekulations-Objekte besorgen.
(Foto: N. Satria/stock.xchng)
Viren, die Klobürste
In diesem Sinne freuen wir uns schon wie d’Schnitzel auf die für April angekündigte “Democratic Design”-Schau in der Pinakothek der Moderne, die einem großen schwedischen Möbelhaus endlich die längst überfälligen musealen Weihen verleiht (und nebenbei die denkbar beste Propaganda für Herrn Kamprad sein dürfte). Wir setzen jetzt schon drauf, dass unsere alten Billys (für Kenner: wir besitzen noch ein zwei Exemplare der längst nicht mehr erhältlichen 60 cm-Modelle) in den Auktionshäusern dieser Welt Spitzenpreise erzielen. Dass Regal Robin und die Klobürste mit der passenden Bezeichnung “Viren” und die leider namenlosen Teelichter zu Sammlerobjekten werden.
L’art pour l’art
Und wenn wir scho’ dabei sind, könnte der Herr Schrenk, der neuen Pinakotheken-Chef, doch gleich noch unseren ebenfalls schwedischen Haus- und Hof-Couturier, den mit den zwei Buchstaben, auf den Kunst-Catwalk bitten. Ein bisserl grausen tut’s uns höchstens vor all den Groupies, die bald an unserer Wohnungstüre Sturm klingeln werden, um einen Blick auf’s skandinavische Interieur zu werfen und uns anschließend an die Wäsche zu gehen. Aber naja, was tust nicht alles um der Kunst willen?
By the way, noch ein Veranstaltungs-Tipp: Am kommenden Dienstag, 10. März, lädt der Zündfunk ins Café Muffathalle zur Diskussion “Wer kann sich die Stadt noch leisten? Wie Yuppisierung und Luxussanierung unsere Städte verändern”. Pflichttermin!
München, 22. Februar 2009
mawa
Von den Reichen, so heißt’s ja immer wieder, kannst’ des Sparen lernen. Und was könnte man sich sehnlicher wünschen in diesen Zeiten von Krise und Katastrophe und Katatonie? Wir haben ein formidables Beispiel der neuen Bescheidenheit, ja, ein fast schon egalitär anmutendes Statement zur Genügsamkeit gefunden, an einer Stelle in dieser schönen Stadt, an der wir’s nu so gar nicht vermutet hätten: In dem Edel-Neubaublock gegenüber vom Park Café.

Es grient so grien - oder: Bux to riches. (Foto: R. Joye/stock.xchng)
Terracotta-Armee
Nein, wir wolln jetzat nicht drauf anspielen, dass der auch in diesem Quartier berherbergte Condé Nast Verlag dieser Tage endlich geschnallt hat, dass es um’s Papier schade ist, ein B-Promi-Bladl wie “Vanity Fair“ zu drucken. Sondern: Wenn’st dir die Maisonette-Wohnungen für die ganz, ganz Geldigen von außen, von unten anschaust - die Lofts, die A-Klasse-Appartements in den “Lenbach Gärten” - dann sieh’st, dass die alle dasselbe Buchsbäumchen auf dem Balkon stehen haben. Im immer gleichen Terracotta-Töpfchen. An immer derselben Stelle des großzügig bemessenen Austritts. Ist Uniformität der neue Chic?
Was blüht der Haute Volée?
Oder haben etwa die Investoren die Behausungen noch gar nicht losbekommen (aus der Wurm-Perspektive is’ des ja schwer zu beurteilen, hat ja keiner bunte Blümchen-Vorhänge oder mit Fingerfarben bemalte Scheiben in dieser Gegend…) und senden mittels Buxus sempervirens stille Rauchzeichen, die nur Eingeweihte verstehen: “Bin noch zu haben”? Oder sind die Räume in Münchens zentralster Gated Community längst schon bewohnt, aus Angst vor dem darbenden Pöbel, den Neidern drunten und draußen aber schlägt die Hausordnung den harten chinesischen Weg ein: “Nur ein Buchsbaum pro Familie”?
München, 17. Februar 2009
mawa

Remembering 2006: Damals is’ wenigstens noch g’scheit liegen’bliem, des Graffl. (Foto: sist/isarstadt.de)
München, 14. Februar 2009
mawa
Vor einigen Jahren gab’s mal einen netten kleinen Film mit Joachim Krol, “Zugvögel - einmal nach Inari“, in dem das begrenzt gesellschaftsfähige Hobby des Bahn-Fahrplan-Auswendiglernens vorgestellt wurde. Und wir meinen uns an eine Doku zu erinnern über Herren (das scheint ein vorwiegend männliches Hobby zu sein), die ihre Messie-Wohnungen mit den Timetables kurioser Fluggesellschaften tapezieren. Die ihr Heim nur verlassen, um im Supermarkt an der Ecke ein Packerl Milch und in Zellophan eingeschlagenen Leberkäs zu kaufen. Die aber auf Anhieb sagen könnten, wann der nächste Flieger nach Caracas geht oder wie man per Schmalspurbahn vom einen Ende Rügens zum anderen kommt. Die sich wie einst der gute Karl May vom Sofa aus durch die Welt träumen.

Überlebensregel: Rechts stehen. Links gehen. (Foto: mawa/isarstadt.de)
Sofasurfer und andere Insekten
Nun visitieren auch wir ganz gerne mal die Internet-Seiten verschiedenster Beförderungsbetriebe - aus rein utilitaristischen Gründen, versteht sich. So wollten wir heute zum Beispiel herausbekommen, wie wir per MVV von unserer Wohnstätte aus zu einer im privaten Kreise zu zelebrierenden Faschings-Sause kommen würden (verkleidet als Fliegenpilz und als Insekt - das vorgegebene Motto: “Alles, was fliegt”). Die Maschine schlug uns vor, von Neuhausen in die Stadtmitte hinein und dann aus selbiger wieder hinaus zu fahren. Fahrtzeit 50 Minuten. Hmm.
Der MVV liebt uns nicht
Als mit dem Münchner Streckennetz halbwegs vertraute Vielfahrer hatten wir eine andere Idee und manipulierten die Suche entsprechend. Nu brauchen wir plötzlich eine Viertelstunde weniger. Haben für die nächtliche Heimkehr mehr Verbindungen zur Auswahl. Und werden auf dieser Nebenroute vermutlich weniger Fahrgäste mit unserer Kostümierung erschrecken. Da frag’st dich freilich: Warum rücken die Bahnbeamten nicht gleich mit den günstigeren Strecken raus? Soll die zweite Röhre am Marienplatz legitimiert werden, indem man da möglichst viele Fahrgäste durchschickt? Und was ist mit all den Zugezogenen, die sich hierzustadt nicht genug auskennen, um selber auf Alternativen zu kommen? Genießen die das Leben in vollen Zügen?
München, 7. Februar 2009
mawa
Na also, geht ja doch: Nachdem wir schon oft den Kopf geschüttelt haben über die stümperhafte Präsenz von vielen, auch ganz großen, ganz wichtigen Galerien, Künstlern, Ausstellungsräumen im Internet (wenn schon die Künste keinen g’scheiten, schönen Webauftritt hinkriegen, wer dann?), sind wir mal positiv überrascht. Von der Site einer Institution am nord-östlichen Münchner Stadtrand. Einer, die wir bisher ehrlich gesagt glatt übersehen haben. Von der uns jetzt zum Glück endlich eine Bekannte berichtet hat: An diesem Wochenende ist Gemeinschaftsausstellung. In der Alten Wiede-Fabrik.

Andere Party. Auch Kunst. (Foto: mawa/isarstadt.de)
Stadtrand-Mäzenatentum
Was soll man von einer Location erzählen, die man selber noch nicht gesehen hat? Dass eben die Website als erstes Aushängeschild überzeugt (weniger durch’s Design als durch den klaren, informativen Aufbau) und Lust drauf macht, die Künstlerkolonie in Johanneskirchen zu erkunden? Dass die Geschichte dahinter, die vom kunstsinnigen Firmenerben, der das verfallende Fabrik-Gelände für eine neue, kreative Nutzung geöffnet hat, recht sympathisch, recht un-münchnerisch daherkommt?
The Art of Grantling
Dass wir ein bisserl die Hoffnung haben, da eine Version 2.0 des immer wieder und bis zur Unkenntlichkeit zurecht gestutzten Domagk-Geländes zu entdecken, eine weitere Ahnung von einer anderen Art, in dieser Stadt zu leben? Oder dass uns unsere Bekannte einen der Wiede-Fabrik-Künstler ganz besonders ans Herz gelegt hat? Dass sie uns gesagt hat, wir sollten uns durch sein manchmal etwas grantliges Dreinschau’n nicht entmutigen lassen, einen Blick in sein Atelier zu werfen (wer das sein soll, wird hier natürlich nicht verraten)? Wir sind gespannt.
Update: Na, bloß gut, dass wir bei der Überschrift ein Fragezeichen gesetzt haben. Denn sonst hätten wir jetzt dieses Posting glatt überarbeiten müssen. Wir war’n draußen in Johanneskirchen. Und haben vor allem bedrückende Mittelmäßigkeiten gesehen, einige peinlich berührende Unzulänglichkeiten und, ja, auch eine Handvoll Interessantes, wenigstens Dekoratives. Aber das wiegt dann halt leider nicht die versammelte Volkshochschul-Leopoldstraßen-Ikea-Kleckserei auf. Überraschend bürgerlich, gesättigt geht es zu auf dem Wiede-Gelände, nicht nur bei den Besuchern, sondern auch bei den so called artists. Eine schöne, verwunschene Location inmitten der Stadtrandtristesse. Aber nicht mehr. Don’t try this at home.
München, 3. Februar 2009
mawa
Gibt man bei Google “isarstadt” ein, landet man - so wie’s sich ja auch gehört - zuallererst auf dieser Seite. Ein paar Plätze weiter allerdings clustern sich seit einiger Zeit Einträge zum Thema Immobilien. Was weniger dran liegt, dass wir hier ja auch gerne mal über den Münchner Wohnungsmarkt monologisieren, sondern an einem schicken Neubau sanierten Altbau in der schönen Maistraße, der den ganz unbescheidenen Namen “Isar Stadt Palais” trägt.

Gated Community? (Foto: sist/isarstadt.de)
Feng Shui? Schee wär’s scho.
Als “Jahrhundertbauwerk” wird das Haus in der sich ja quasi jahresringweise zu höheren Weihen aufschwingenden Isarvorstadt (siehe auch: das starcke Stück an der Thalkirchner Straße) beworben. A bisserl Feng Shui, Concierge und Grandezza (sic!) gibt’s für einen - freilich gehobenen - Preis inklusive. Nun fragen wir uns, wie das wohl wird, wenn die künftigen Palast-Bewohner oder auch ein des Nächtens gelangweilter Bellboy mal auf dem Designer-Mac nachgucken, wie ihre Trutzburg eigentlich so im Wehwehweh daherkommt - und dann auf isarstadt.de stoßen.
Let’s go shopping
Haben wir mit ungeahnten Besucherströmen zu rechnen? Wird unser bisher unter’m Küchentisch fröhlich vor sich hinschnurrender Server zusammenbrechen? Oder kommt am Ende gar der, der … - wie nennt man das in solchen Kreisen? Hausmeister bestimmt nicht! - Sprecher der Eigentümerschaft auf uns zu? Lädt uns zu Sherry und Salzgebäck in den Salon des Anwesens und bietet uns dann ganz dezent eine halbe Mille für diese wohlfeile Web-Adresse an? Das wär auf jeden Fall mal eine Revolution!
Frühere Einträge